Geschichte Oberstufe

„Geschichtsunterricht legitimiert sich nicht einfach von seinem Gegenstand her.“

Michael Sauer


Dieses Zitat von Michael Sauer knüpft an die unumstrittene
Erkenntnis an, dass Geschichte sich nicht ausschließlich mit Vergangenheit
auseinandersetzt, von der sie erzählt, sondern notwendigerweise auch mit der
Gegenwart, in der und für die sie dargestellt wird, und mit der Zukunft, für die sie
Orientierung schaffen will.

Der moderne Geschichtsunterricht ist unverzichtbarer Bestandteil einer kompetenzorientierten Bildung und soll ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein anbahnen, dass die Schüler*innen befähigt, sich in der Zeit zu orientieren. Wenn sich Schüler*innen mit zeitungebundenen Leitfragen wie „Freiheit und Herrschaft“ oder dem Verhältnis von „Individuum und Gesellschaft“ differenziert auseinandersetzen, begünstigt dies einen differenzierenden Blick auf die eigene Lebenswelt, welcher durch angemessene Gegenwartsbezüge geschärft werden soll. Somit stellt das Fach Geschichte einen wertvollen Beitrag zur politischen Bildung dar und hilft bei der Entwicklung von Wertmaßstäben für das eigene Handeln: „auf der Grundlage des Christentums, des europäischen Humanismus und der Ideen der liberalen, demokratischen und sozialen Freiheitsbewegungen“ (§2 NSchG)

Somit ist die Geschichte keineswegs eine Nebensache oder eine Sammlung trägen Wissens, vielmehr stiftet sie Orientierung für Gegenwart und Zukunft. Oder in den Worten von Mark Twain:

„Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.“

Mark Twain


Didaktisch-methodische Hinweise zum Geschichtsunterricht an der IGS Buchholz

Geschichte stellt den Zusammenhang zwischen den einzelnen Zeitdimensionen her. Menschen setzen sich retrospektiv und aus unterschiedlichen Gründen mit Vergangenheit auseinander. Einem Geschichtsunterricht, der nur von Ereignissen, Namen und Zahlen handelt, die vergangen sind und nichts mit der eigenen Gegenwart zu tun haben, wird an der IGS Buchholz ein
Konzept gegenübergestellt, das ein Bewusstsein für die Allgegenwärtigkeit von Geschichte wecken und die Fähigkeiten und Fertigkeiten historischen Denkens fördern will.

Der Geschichtsunterricht soll die Schüler*innen insbesondere dazu befähigen, zu ge­schichts­be­wussten, reflektierten und (selbst)reflexiven kritischen Menschen zu werden. Durch die Kenntnis historischer Ereignisse lässt sich der Bogen zur Gegenwart spannen. Die gegenwärtige Situation kann nur durch das Verstehen der Vergangenheit erklärt und begriffen werden. Neben der Förderung fachspezifischer methodischer Kompetenzen (Verstehen und Interpretieren von Textquellen, Bildquellen, Sachquellen, Zeit­zeug*innenaussagen, Karten, Statistiken etc.) steht insbesondere die historische Einordnung …..

Arbeitspläne

Digitale Endprodukte (Schüler*innen)

„So viel Geschichte wie heute war noch nie!“. Dieses Zitat scheint im „digitalen Zeitalter“ aktueller denn je. Durch das Web 2.0 können zahlreiche geschichtskulturelle Zeugnisse in der Unterricht eingebunden werden, es können „fertige Narrationen“ dekonstruiert oder sogar entmythisiert werden und des Weiteren können SchülerInnen selbstständig eigene Produkte in Form von Blogs, Twitterbeiträgen, Instagram-Posts oder Podcasts produzieren.

Beispiele für digitale Endprodukte finden Sie/findet ihr hier:

Gespräche mit Zeitzeug*innen

Der furchtbare Krieg in der Ukraine stellt eine Sicherheitsordnung in Frage, die uns 70 Jahre relativen Frieden in Europa garantierte. Die Tragweite der vielfach beschriebenen Zeitenwende lässt sich noch gar nicht ermessen. Wir möchten die Schüler*innen in dieser Zeit, die zuvorderst durch Ungewissheit geprägt ist, bestmöglich in ihrer historisch-politischen Bewusstseinsbildung unterstützen.

  • Problemorientierung
  • Digitale Endprodukte
  • Urteilsbildung (Sach- und Werturteile)
  • Ursachen-Wirkungszusammenhänge (Kausalitäten)
  • Aktualitätsbezüge
  • (Un)sinn historischer Vergleiche
  • Zeitzeug*innengespräche

Hier sehen Sie/seht ihr Eindrücke der Zeitzeug*innengespräche.

Bei dem ersten Bild handelt es sich um ein Zeitzeugengespräch mit Sally Perel, welches aus einer Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung entstanden ist. Geladen zu diesem digitalen Gespräch war im Jahr 2021 der 13. Jahrgang. Salomon (Sally) Perel ist einer der bekanntesten Zeitzeugen aus der Zeit des NS-Regimes mit einer sehr außergewöhnlichen Lebensgeschichte. Ihm gelang es als Jude sich als Deutscher auszugeben und sogar der Hitlerjugend beizutreten. Somit konnte er dem Holocaust entrinnen. Über diesen Zwiespalt, der ihn bis heute begleitet, und seine Erfahrungen berichtete er den Schüler*innen eindrucksvoll.

Bei der zweiten Aufnahme handelt es sich um ein Zeitzeuginnengespräch mit Ljubow Kasparowitsch, einer belarus(s)ischen Journalistin, welche aufgrund ihrer Berichterstattung zu den Protesten in Belarus zeitweilig in Haft genommen wurde. Sie berichtete den Schüler*innen des damals 8. und 12. Jahrgangs im Jahr 2021 über ihre Erfahrungen mit den repressiven Maßnahmen des Regimes, ihrer Verhaftung und ihrer Migration nach Deutschland. Die Schüler*innen ließ sie über Fragen, wie „Was ist Heimat?“ über ihre Definition dieses nur scheinbar eindeutigen Begriffs nachsinnen.